Ludwig van Beethoven - Biografie des Komponisten
Der Komponist Ludwig van Beethoven
Die Biografie von Ludwig van Beethoven
Ludwig van Beethoven ist 1770 in Bonn (Deutschland) Geboren und 1827 in Wien (Österreich) gestorben.
Selbst Musiker, begann Ludwig van Beethovens Vater früh mit der musikalischen Erziehung seines Sohnes, in der berechnenden Hoffnung, ein Wunderkind heranzuziehen. Aufgrund seines Alkoholismus trieb der Vater die Familie fast in den Ruin, Ludwig musste mit 12 Jahren bereits seine Familie unterstützen und arbeitete zunächst als Assistent für seinen Lehrer, den Hoforganisten Christian Gottlob Neefe, später als Hilfsorganist.
Mit 17 konnte Beethoven nach Wien reisen, damals das kulturelle und musikalische Zentrum Europas. Hier sollte er bei Wolfgang Amadeus Mozart studieren, der ihm eine grosse Zukunft voraussagte; nach nur einigen Wochen erfuhr er aber von einer ernsthaften Erkrankung seiner Mutter und kehrte nach Bonn zurück. Die Trauer um seine Mutter und die Enttäuschung über die verpasste Chance in Wien wurden noch verschlimmert, da der Vater in der Zwischenzeit Bankrott gegangen war und Beethoven nun die Familie alleine ernähren musste.
Sein ungewöhnliches Talent konnte doch das Interesse des österreichischen Komponisten Joseph Haydn hervorrufen. Haydn lud den jungen Musiker wieder nach Wien ein, wo er 1792 eintraf und etwa ein Jahr bei Haydn studierte. Dies erwies sich jedoch als Enttäuschung für Beethoven, als Haydn eine Reise nach London unternahm, wandte er sich anderen Lehrern zu. 1793 trat er erstmals in der Öffentlichkeit als Pianist auf, erarbeitete sich rasch einen sehr guten Ruf und die Wiener waren bereit, jeden Preis für seine Kompositionen und Unterrichtsstunden zu bezahlen.
Beethoven bemerkte mit etwa 30, dass sich sein Gehör allmählich verschlechterte. Das Urteil der Ärzte, die er konsultierte, war einstimmig: Die Krankheit wäre unheilbar und würde zu völliger Taubheit führen. Eine traumatische Vorstellung für einen Komponisten, die ihn im Jahre 1802 beinahe in den Selbstmord trieb. Beethoven wurde mürrisch und argwöhnisch, er neigte mehr und mehr zu unbegründeten Wutanfällen und zog sich von der Umwelt zurück.
1809 wollte er auf Einladung von Jérome Bonaparte Wien verlassen, wurde aber von seiner langjährigen Freundin, der Herzogin Anna Maria Erdödy, und der Hilfe einiger reicher Bewunderer davon abgehalten. Diese gaben Beethoven eine Zuwendung von 4.000 Florinern jährlich, die es ihm erlaubte, ohne finanzielle Schwierigkeiten zu leben, aber an die Bedingung geknüpft war, dass er Wien nicht verlassen würde. Diese Zuwendung machte Beethoven zum ersten finanziell unabhängigen Komponisten. Ende Juli des Jahres 1812 fand ein von Bettina Brentano organisiertes Treffen zwischen Beethoven und Johann Wolfgang von Goethe statt. Die beiden grossen Künstler schätzten sich sehr, fanden aber kein Verständnis für einander. Der Komponist empfand Goethe als zu servil, der Dichter hingegen hielt Beethoven für unzivilisiert.
Trotz seiner Taubheit dirigierte er immer noch viele seiner eigenen Kompositionen selbst, auch wenn er nicht einmal mehr den Applaus hören konnte. Mit der vollkommenen Musikvorstellung in seinem Kopf konnte ihn die Taubheit nicht davon abhalten, einige seiner bekanntesten Meisterstücke zu komponieren.
Beethoven starb am 26. März 1827 nach mehrmonatiger Krankheit. Am Tage seiner Beerdigung gaben ihm rund 20.000 Menschen das letzte Geleit. Unter den vielen Musikern, die den Sarg trugen, war auch Franz Schubert, ein grosser Bewunderer.
Im Rahmen der Obrasso Concerts werden Werke, des des Komponisten Ludwig van Beethoven, regelmässig im KKL Luzern, der Tonhalle Zürich und dem Casino Bern aufgeführt.
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Werkverzeichnis von Ludwig van Beethoven
Kompositionen welche im Rahmen der Obrasso Concerts aufgeführt wurden
Sinfonie Nr. 5 c-Moll op. 67 «Schicksalssinfonie»
"So pocht das Schicksal an die Pforte!", soll Beethoven ungestüm das Thema seiner Sinfonie Nr. 5 charakterisiert haben - dieser unsäglichen Anekdote verdankt die c-Moll-Sinfonie ihren Beinamen "Schicksalssinfonie". Die Authentizität dieses Ausspruchs darf jedoch getrost angezweifelt werden, stammt er doch, wie viele der schönsten, anrührendsten, heldenhaftesten Erzählungen dieses Kalibers aus der Feder Anton Schindlers, eines frühen Beethoven-Biographen. Schindler kannte Beethoven in dessen letzten Lebensjahren und versuchte, vom Ruhm des Meisters zu profitieren, in dem er sich zum einzig authentischen Berichterstatter über Beethovens Leben aufschwang und selbst von Begebenheiten Zeugnis gab, die er unmöglich miterlebt haben konnte.
Erste Ideen zur 5. Sinfonie notierte sich Beethoven schon im Herbst 1803. Er plante eine Paris-Reise, auf die er diese neue Sinfonie mitnehmen und aufführen wollte. Als die Reise sich zerschlug, stellte er wohl auch die Sinfonie erst einmal zurück.
Die Hauptarbeit an der 5. Sinfonie leistete Beethoven zwischen Frühjahr 1807 und Anfang 1808, parallel mit einigen anderen Werken wie der 6. Sinfonie und der Cellosonate op. 69. Im März 1808 fertigte Beethoven sein (Arbeits-)Autograph der vollständigen Partitur an. Die 5. und 6. Sinfonie wurden zusammen dem Verleger Härtel verkauft, der beide im September 1808 bei einem Wienbesuch in Abschrift in Empfang nahm. Auch ihre Uraufführung erlebten beiden Sinfonien im Doppelpack, bei Beethovens Akademie im Dezember 1808 im Theater an der Wien.
Sinfonie Nr. 7 in A-Dur
Ludwig van Beethoven war noch lange nicht fertig mit Napoleon, als er sich 1804 mit Vehemenz dagegen entschied, seine dritte Symphonie, die «Eroica», dem Korsen zu widmen, der sich soeben zum Kaiser gekrönt hatte. «Ist der auch nichts anderes wie ein gewöhnlicher Mensch! Nun wird er auch alle Menschenrechte mit Füssen treten, nur seinem Ehrgeize frönen; er wird sich nun höher wie alle anderen stellen, ein Tyrann werden!», habe er dabei wütend ausgerufen. Ob diese Worte tatsächlich so oder so ähnlich gefallen sind, wie sich Beethovens Biograph Ferdinand Ries 1838 glaubte erinnern zu können, oder ob sie nicht vielmehr auf einer 1836 publizierten, romanhaften Ausschmückung von Beethovens Leben aus der Feder von Ernst Ortlepp fussen, sei einmal dahingestellt. Sicher ist, dass neben dem Komponisten auch ganz Europa noch nicht fertig war mit dem neuen Kaiser der Franzosen.
Beethoven betrachtete Napoleon von nun an «als seinen persönlichen Feind und bekämpfte ihn mit ‹seinen› Waffen», ist etwa Attila Csampai überzeugt und zählt jene Werke auf, mit denen der Komponist in der Folge klare politische Stellung gegen jede Tyrannei bezogen hat: die «Coriolan»-Ouvertüre, die fünfte Symphonie, die Schauspielmusik zu Goethes «Egmont», die Ouvertüre zu «König Stephan» und besonders natürlich die zu ihrer Zeit unglaublich populäre Programmsymphonie «Wellingtons Sieg oder die Schlacht bei Vittoria» op. 91 (1813). Der erfolgreiche Kampf des britischen Generals gegen die napoleonischen Truppen in Nordspanien am 21. Juni 1813 wird in diesem heute als Kuriosität angesehenen Orchesterwerk im musikalischen Widerstreit des Liedes «Rule, Britannia» und eines französischen Marsches dargestellt, wobei die Schläge zweier grosser Trommeln die fallenden Kanonenschüsse repräsentieren, bevor die folgende Siegessymphonie die Hymne «God Save The King» in mehreren Variationen erklingen lässt. Das Werk ist fast völlig aus dem Konzertsaal verschwunden, überlebt aber, gemeinsam mit anderen musikalischen Schlachtengemälden wie Tschaikowskis Ouvertüre «1812», in etlichen Aufnahmen, bei denen zum Teil echte Kanonen verwendet wurden. «Wellingtons Sieg» gehört jedenfalls in der Aufführungshistorie untrennbar zusammen mit der Symphonie Nr. 7 A-Dur op. 92, welche nach Harry Goldschmidt nichts anderes darstellt als eine weitere «Symphonie gegen Napoleon»: Die Uraufführung fand am 8. Dezember 1813 in der Aula der Alten Universität in Wien statt, acht Wochen nach der blutigen Völkerschlacht bei Leipzig, bei der die österreichischen, preussischen, russischen und schwedischen Truppen Napoleon eine entscheidende Niederlage zufügen konnten. Und vor diesem historischen Hintergrund verstand das zeitgenössische Publikum die beiden damals gekoppelten Werke «von Anfang an als zusammengehöriges Paar, als Einheit von Kampf (op. 91) und Sieg (op. 92) über Napoleon.» – Nun, das Werk erschliesst sich auch abseits aussermusikalischer Zusammenhänge als faszinierendes Kunstwerk, das Beethoven «als eins der glücklichsten Produkte meiner schwachen Kräfte» ansehen durfte. Das den ersten Satz eröffnende, ganz autonom wirkende Poco sostenuto in A-Dur sprengt in Umfang und Inhalt den Sinn einer langsamen Einleitung völlig, nimmt dabei aber doch wesentliche Elemente der ganzen Symphonie vorweg: Wir werden hier Zeuge, wie sich die Musik aus den elementaren Grössen Dreiklang (als Akkord sowie melodisch als Zerlegung) und Tonleiter entwickelt, wobei diese stets nach oben strebt. Zweimal tritt eine lyrische Holzbläsermelodie als Kontrast zum energischen Treiben auf (zuerst in C-Dur, dann F-Dur), bevor Tonrepetitionen den Rhythmus in den Vordergrund zu rücken beginnen. Als sich das Geschehen auf dem Ton E festbeisst, der zwischen Violinen und Holzbläsern im Oktavabstand hin und her wandert, scheint ein Endpunkt erreicht, der gleichzeitig zur Initialzündung des Vivace wird: Der punktierte 6/8-Rhythmus beherrscht von nun an praktisch jeden Takt dieses vor tänzerischer Energie nur so strotzenden Satzes. Rasante Anläufe die Tonleiter empor, dramatische Halte, extreme dynamische Kontraste und grandios sich aufbauende Crescendi prägen die Musik, welche an einen niemals längere Zeit ermattenden Freudentanz mahnt. Schon der «raketenhaft auffahrende Auftakt» zum ersten strahlenden Tutti-Einsatz des Hauptthemas, welches auch die Hörner mit schmetterndem Glanz mächtig herausstellen, wirkt wie die Verkörperung des auf die Massen überspringenden Funkens, und zugleich als herrische Gebärde. Gerade diese musikalische Abschussrampe nützt Beethoven nach einer zuletzt dramatisch gesteigerten Durchführung am Beginn der Reprise für ein amüsantes Spiel mit der Hörerwartung: indem er nämlich zu den bereits im Hauptrhythmus crescendierenden Holzbläsern den Tonleiteranlauf der Streicher zunächst einmal ins Leere jagen und erst nach dem markanten Hinzutreten von Trompeten und Pauken erfolgreich in die Wiederkehr des Hauptthemas münden lässt. Der zweite Satz (Allegretto), der bei den frühen Aufführungen stets so gut ankam, dass er wiederholt werden musste, steht dazu ausdrucksmässig in deutlichem Kontrast, behält aber die elementare Bedeutung des Rhythmus bei: Regelwidrig bildet ein fahl schwebender Quart-Sext-Akkord der Bläser Anfang und Ende. Dazwischen erklingt eine Art Trauermarsch in a-Moll mit ausdrucksvoll klagendem Thema über einem zunächst gleichsam nackt vorgestellten, ostinaten Rhythmus, der auf die Gebetsformel «Sancta Maria, ora pro nobis» zurückgehen könnte; er steckt freilich auch schon in der lyrischen Melodie der Einleitung zur Symphonie. Dass die tröstliche A-Dur-Melodie von Klarinette und Fagott an das Terzett «Euch werde Lohn in bessern Welten» aus dem zweiten Akt des «Fidelio» erinnert, fügt sich nahtlos in den Bedeutungszusammenhang ein. Polternd bricht darauf das Scherzo (Presto) in F-Dur los, das der Vorliebe Beethovens in seiner mittleren Schaffensperiode folgt und demnach fünfteilig gebaut ist, also mit zweimalig erscheinendem Trio. Im erst derb aufstampfenden, dann leise trippeln den Hauptthema begegnen uns die musikalischen Elemente aus der Einleitung zum Stirnsatz wieder: Dreiklangzerlegung und Tonleiter, während die nach all dem ausgelassenen Trubel erschöpft wirkende Triomelodie mit ihrem langen Bordunton A einem niederösterreichischen Wallfahrerlied nachempfunden sein soll. Dass Beethoven die fünf Formteile nicht mit Wiederholungszeichen angibt, sondern ausschreibt, gibt ihm zudem Gelegenheit zu allerlei plötzlichen dynamischen Überraschungen.
Das Finale (Allegro con brio) schliesslich reisst sich mit seinem dithyrambischen Taumel von allen nur denkbaren Ketten los: Das auf und ab wirbelnde Hauptthema wird in jedem Takt von zweierlei Synkopenbildungen angetrieben, welche im 2/4-Takt jeweils das zweite Viertel und das vierte Achtel mit Sforzati ruppig hervorheben. Das in Moll stehende, am wilden ungarischen Verbunkos orientierte Seitenthema betont widerspenstig jeden schlechten Taktteil. Und doch funktioniert das ständige Löcken wider das gewöhnliche metrische Schema nur dadurch, dass die rhythmischen Ostinati «mit der Präzision eines Uhrwerks ablaufen und entgegen allen Erwartungen bis zum Schlusstakt keine Beschleunigung dulden – ausgerechnet dieses orgiastische Finale besitzt keine Stretta!» (Arnold Werner-Jensen). Die enormen rhythmischen Energien entladen sich stattdessen in der über brodelnden Bässen grandios aufgetürmten Coda zwei Mal in dreifachem Forte – eine Seltenheit in Beethovens Schaffen, welche den Ausnahmerang dieser in vielerlei Hinsicht extremen Symphonie noch unterstreicht.
Sinfonie Nr. 9 d-Moll op. 125
Die 9. Sinfonie in d-Moll op. 125, uraufgeführt 1824, ist die letzte vollendete Sinfonie des Komponisten Ludwig van Beethoven. Im Finalsatz der Sinfonie werden zusätzlich zum Orchester auch Gesangssolisten und ein gemischter Chor eingesetzt. Als Text wählte Beethoven das Gedicht An die Freude von Friedrich Schiller. Als erste sogenannte Sinfoniekantate stellt das Werk eine Zäsur in der Musikgeschichte dar und beeinflusste folgende Generationen von Komponisten. Mit einer typischen Aufführungsdauer von ca. 70 Minuten sprengt die Sinfonie deutlich die damals üblichen Dimensionen und bereitete so den Boden für die zum Teil abendfüllenden Sinfonien der Romantik (Bruckner, Mahler). Heute ist „Beethovens Neunte“ weltweit eines der populärsten Werke der klassischen Musik.
1972 wurde das Hauptthema des letzten Satzes vom Europarat zu seiner Hymne erklärt und 1985 von der Europäischen Gemeinschaft als offizielle Europahymne angenommen. In der Begründung heißt es, „sie versinnbildliche die Werte, die alle teilen, sowie die Einheit in der Vielfalt“. Das in der Staatsbibliothek zu Berlin befindliche Autograph wurde in das Weltdokumentenerbe der UNESCO aufgenommen.
